Insektengiftallergie

Reagieren Sie allergisch auf Insektenstiche?

Alles Wichtige zur Insektengiftallergie

Ein Insektenstich ist ärgerlich und schmerzhaft. Normalerweise ist er aber kein Grund zur Beunruhigung. Es sei denn, Sie sind allergisch. Wer die unangenehmen Folgen einer Insektenstichallergie kennt, kann schon mal in leichte Panik geraten. Manche Menschen reagieren auf Insektengift sogar so heftig, dass ohne medizinische Hilfe innerhalb weniger Minuten eine lebensbedrohliche Situation eintritt. Bei solch extremen Allergie-Symptomen spricht man von einem anaphylaktischen Schock. Dieser tritt zum Glück sehr selten ein.

Hier erfahren Sie alles über die Insektengiftallergie, ihre Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Haben Sie eine Insektengiftallergie? Finden Sie es heraus.

Allergische Reaktionen auf das Gift bestimmter Insekten können unterschiedlich stark ausfallen. Bei weniger als 3,5 Prozent aller Fälle lösen Insektenstiche systemische Reaktionen aus. Das heisst: Symptome, die den gesamten Organismus betreffen und im Extremfall bis zur lebensbedrohlichen Anaphylaxie reichen können. Bei jedem Vierten zeigen sich die Symptome der Insektengifthallergie eher durch gesteigerte örtliche Reaktionen. Der Insektenstich verursacht zum Beispiel stärkere Schwellungen, als üblich. Gut zehn Zentimeter grosse Beulen (im Durchmesser), die länger als 24 Stunden anhalten, sind z.B. ein Anzeichen für eine mögliche Allergie.

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Die Diagnose einer Insektengiftallergie basiert auf zwei Komponenten: Der Anamnese und dem Nachweis einer entsprechenden Sensibilisierung. Bei der Anamnese, der Überprüfung der Krankheitsvorgeschichte, möchte der behandelnde Arzt herausfinden, ob und in welchem Umfang es bereits zu anaphylaktischen Reaktionen gekommen ist. Nach einer allergischen Reaktion ist es für den Arzt wichtig, möglichst genaue Informationen zu den Umständen und der Situation zu erhalten, zum Beispiel über die Art des Insekts und über den Zeitraum zwischen Stich und allergischer Reaktion.

Diagnose

Allergische Reaktionen auf das Gift bestimmter Insekten können unterschiedlich stark ausfallen. Insektenstiche können Symptome auslösen, die den gesamten Organismus betreffen und im Extremfall bis zur lebensbedrohlichen Anaphylaxie reichen können. Bei jedem Vierten zeigen sich die Symptome der Insektenstichallergie eher durch gesteigerte örtliche Reaktionen. Der Insektenstich verursacht zum Beispiel stärkere Schwellungen, als üblich. Gut zehn Zentimeter grosse Beulen (im Durchmesser), die länger als 24 Stunden anhalten, sind z.B. ein Anzeichen für eine mögliche Allergie.

Typische Symptome und Gefahren einer Insektengiftallergie

Eine Rötung der Haut um die Einstichstelle und das Entstehen einer Quaddel sind normale Reaktionen auf einen Insektenstich. Diese Erscheinungen bilden sich auch ohne Behandlung innerhalb weniger Stunden bis Tage wieder zurück.

Um sicher zu gehen, sollten Sie alle darüber hinausgehenden Symptome grundsätzlich als mögliche Indizien einer Insektengiftallergie betrachten, solange diese nicht bereits durch entsprechende Testergebnisse ausgeschlossen wurde.

Im Vergleich zu inhalativen Allergien (z.B. Pollen- oder Hausstaubmilbenallergien) kann eine Insektengiftallergie besonders heftige Reaktionen des Körpers auslösen. Anaphylaktische Reaktionen können auf jeder Stufe der Symptomatik spontan zum Stillstand kommen aber auch bis zu einem anaphylaktischen Schock fortschreiten. Diese Unwägbarkeit erschwert das Einschätzen der Situation. Daher ist beim Auftreten z.B. folgender Symptome, schnell zu handeln:

 

Leichtere Beschwerden können den Beginn einer Anaphylaxie andeuten:

  • Juckreiz oder Brennen an Handinnenflächen und Fusssohlen oder im Genitalbereich, metallischer Geschmack, Angstgefühle, Kopfschmerzen oder Desorientierung.

 

Symptome einer anaphylaktischen Reaktion:

  • Rötung und Nesselausschlag der Haut oder Schleimhaut
  • Juckreiz oder Brennen, im Rachenraum sowie an der Zunge
  • Schwellungen am Hals und im Gesicht
  • Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Durchfall
  • Fliessschnupfen, Heiserkeit, Atemnot
  • starke Atembeschwerden
  • Hitzewallungen
  • Schwächegefühl
  • Schwindel

In der Regel machen sich diese Insektengiftallergie-Symptome schon wenige Minuten oder sogar nur Sekunden nach dem Insektenstich deutlich bemerkbar. Sie stellen eine besonders grosse Gefahr dar, da sie zu einem potenziell lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock führen können. Um diesen zu vermeiden oder zumindest frühzeitig Gegenmassnahmen einzuleiten, sollten Sie in solchen Fällen umgehend den Notarzt rufen.

Welche Insekten sind für Allergiker besonders gefährlich?

Insektengiftallergien machen sich vor allem im Sommerhalbjahr bemerkbar, wenn wir uns viel im Freien aufhalten und die Insekten umherfliegen. In der Schweiz lösen vor allem Stiche von Honigbienen und Wespen mehr oder weniger schwerwiegende allergische Reaktionen aus. Seltener, aber nicht weniger ernst zu nehmen, sind allergische Reaktionen auf Stiche von Hornissen oder Hummeln.

Die im deutschsprachigen Raum gemeldeten schweren Anaphylaxien bei Erwachsenen sind vor allem auf Wespenstiche zurückzuführen. Das Statistische Bundesamt registriert jährlich rund 20 Todesfälle, die durch Stiche von Bienen, Wespen oder Hornissen verursacht worden sind. Über die genannten Insektenarten hinaus sind auch Fälle allergischer Reaktionen bekannt, die durch bestimmte Ameisenarten verursacht wurden – beispielsweise durch die Grosse Knotenameise.

Wie kann ich meine Insektengiftallergie behandeln lassen?

Sind Sie selbst von einer Insektengiftallergie betroffen? Dann sollten Sie natürlich besonders vorsichtig sein und Insektenstiche so gut es geht vermeiden. Da dies nicht immer möglich ist, sollten Sie aufgrund der möglichen allergischen Reaktionen ein Notfallset besitzen und im Sommer immer griffbereit bei sich haben.

Dieses umfasst in jedem Fall einen Adrenalin-Autoinjektor sowie Glucocorticoide und schnell wirkende Antihistaminika. Um einen Bienen- oder Wespenstich behandeln zu können, sollten Sie die Verwendung des Adrenalin-Autoinjektors mit sogenannten Simulatoren ohne Nadel üben, die kein Medikament enthalten. Je sicherer Sie oder betroffene Allergiker in Ihrer Familie mit der Anwendung vertraut sind, desto leichter fällt die Anwendung während einer allergischen Reaktion.

Neben der akuten Behandlung der Symptome kommt auch der Desensibilisierung eine grosse Bedeutung zu. Denn letztlich kann das Risiko einer lebensgefährlichen allergischen Reaktion auf Dauer nur durch eine spezifische Immuntherapie reduziert werden. Im Idealfall können Sie damit die unangenehmen und zum Teil gefährlichen Allergiesymptome einer Insektengiftallergie auf lange Sicht reduzieren oder sogar ganz stoppen. Besonders wichtig ist das, wenn Sie z.B. aufgrund Ihres Berufs oder Ihrer Lebensumstände einem erhöhten Insektenstich-Risiko ausgesetzt sind. Das gilt für Berufsgruppen wie Imker und Forstarbeiter, Landwirte, Gärtner und Personen im Verkauf von Obst und Backwaren.

Gehören Sie zu den besonders gefährdeten Personengruppen und sind allergisch gegen Insektenstiche? Dann sollten Sie sich bei Ihrem Allergologen nach der Möglichkeit einer Desensibilisierung erkundigen. Nur so können Sie langfristig einen ausreichenden Schutz erreichen.  Die empfohlene Therapiedauer ist zwischen 3 bis 5 Jahre. 

Weitere Informationen zum Thema Insektengiftallergie finden Sie auf der Website https://www.initiative-insektengift.ch

Initiative Insektengiftallergie

Das Wichtigste in Kürze

Insektengiftallergien treten zwar insgesamt seltener auf als Pollen-, Hausstaubmilben- oder Tierhaarallergien. Sie sind aber mit einem höheren Risiko verbunden, besonders schwere allergische Reaktionen zu verursachen. Deshalb sollten Sie Symptome eines Insektenstichs, die über die normale Schmerzempfindung, lokale Rötung und Quaddel-Bildung hinausgehen, sehr ernst nehmen. Betroffene sollten schnell einen Arzttermin bei einem Allergologen vereinbaren oder bei entsprechenden Symptomen einen Notarzt rufen lassen. Bei einer nachgewiesenen Insektengiftallergie sollten Sie immer ein Notfallset bei sich haben. Langfristig sollten Sie die Möglichkeit einer Desensibilisierung in Betracht ziehen, um den Schutz gegen Insektengift-Allergene aufzubauen.

Zuletzt aktualisiert: 27/06/2020