Desensibilisierung mit Spritzen

Behandeln Sie Ihre Allergie mit einer Desensibillisierung!

Was passiert bei der Desensibilisierung mit Spritzen?

Die klassische Form der Desensibilisierung ist diejenige, welche mit Spritzen durchgeführt wird. Sie wird auch subkutane Immuntherapie (SCIT) genannt. Mit der Desensibilisierung können Sie, anders als mit symptomlindernden Allergiepräparaten, die Ursache Ihrer Allergie behandeln.

Dabei injiziert Ihnen Ihr Arzt das Allergen, auf das Sie allergisch reagieren, unter die Haut. Die Dauer einer Desensibilisierung richtet sich danach, wie lange Ihr Immunsystem benötigt, um sich an das bislang als schädlich empfundene Allergen zu gewöhnen. In der Regel dauert die Therapie zwischen drei und fünf Jahren. Zu Beginn der Desensibilisierung wird die Dosis langsam gesteigert. Bis die Erhaltungsdosis erreicht ist, finden die Termine wöchentlich, danach alle vier bis acht Wochen statt. 

Im besten Fall verschwinden Ihre Allergiesymptome während der Behandlungsdauer komplett. Weitere Vorteile: Neben der Linderung der bestehenden Allergie besteht die Möglichkeit, dass neue Allergien verhindert und der Entwicklung von Asthma entgegengewirkt wird. 

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Welche weiteren Vorteile bietet die Desensibilisierung mit Spritzen?

Ein Vorteil der regelmässigen Allergie-Behandlung mit Spritzen ist der stetige Austausch mit Ihrem Arzt. Während der Termine kann er die Verträglichkeit des gespritzten Präparats kontrollieren und gemeinsam mit Ihnen bisherigeTherapieerfolge besprechen.

Auf der anderen Seite freuen sich viele Patienten darüber, sich nicht mehr jeden Tag mit Ihrer Allergie beschäftigen zu müssen, sondern nur noch alle vier bis acht Wochen. Also nur noch dann, wenn Sie die nächste Spritze erhalten.

Im Allgemeinen ist die spezifische Immuntherapie mit Spritzen gut verträglich. Schwere Nebenwirkungen werden nur selten beobachtet.

Allgemeine Vorteile der Desensibilisierung

• behandelt die Allergieursache
• entwickelt eine natürliche Toleranz gegenüber Allergenen
• kann der Entwicklung neuer Allergien vorbeugen
• kann die Entstehung von Asthma verhindern
• reduziert bestehende Allergie-Symptome
• reduziert den Bedarf an symptomatischen Medikamenten
• bietet einen nachhaltigen Effekt auch über die Therapiephase hinaus.

Zusätzliche Vorteile der Desensibilisierung mit Spritzen

  • Keine tägliche Einnahme der Allergendosis notwendig
  • Kontinuierliche Kontrolle durch den Arzt

 

Bei welcher Allergie hilft eine Desensibilisierung?

Eine Desensibilisierung kommt bei Allergien des "Soforttyp" infrage (Typ-I-Allergien). Damit lassen sich alle Allergien, bei denen sich wenige Sekunden bis Minuten nach dem Kontakt mit einem Allergen Symptome zeigen, zusammenfassen. Die Desensibilisierung bietet bei diesen Allergien gute Erfolgsaussichten.

 

Die Desensibilisierung in Form von Spritzen eignet sich bei:

  • allen Arten von Pollenallergien (Heuschnupfen)
  • Hausstaubmilbenallergie
  • Tierhaarallergie
  • Insektengiftallergie (Bienen- und Wespengift)

Aktuell werden ausserdem Präparate für Nahrungsmittel- oder Latex-Allergiker erforscht.

 

Welche Voraussetzungen müssen bei einer Desensibilisierung  in Spritzenform bedacht werden?

Bevor Sie mit der subkutanen Immuntherapie beginnen können, sollten Sie die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Desensibilisierung prüfen. Dazu gehören folgende Fragestellungen:

  • Ist eine sorgfältige Diagnosestellung durchgeführt worden?
  • Ist sichergestellt, dass die Durchführung der Injektionen durch einen allergologisch erfahrenen Arzt erfolgen wird?
  • Sind Sie bereit, die Therapie über den gesamten notwendigen Zeitraum von etwa 3 bis 5 Jahren durchzuhalten ohne abzubrechen?

Weitere Fragen, die Sie mit Ihrem Arzt besprechen sollten:

Leiden Sie unter

• Autoimmunkrankheiten?
• einer Immunschwäche?
• schwerem Asthma?
• Herz-Kreislauf-Erkrankungen?
• bösartigen Tumoren?
• einer weiteren chronischen Erkrankung? 

• Nehmen Sie Medikamente? Wenn ja, welche?
• Planen Sie eine längere Urlaubs- oder Dienstreise?
• Nehmen Sie an sportlichen Wettkämpfen teil?
• Stehen in absehbarer Zeit Schutzimpfungen an?
• Sind Sie schwanger oder planen Sie in absehbarer Zeit, Mutter zu werden?

Wie läuft eine Desensibilisierung mit Spritzen ab?

 

Bei der subkutanen Immuntherapie (SCIT) injiziert der Arzt die allergenhaltige Lösung unter die Haut. Üblicherweise erfolgt die Injektion an der Rückseite des Oberarms. In der ersten Zeit, der sogenannten Aufdosierungsphase, werden die Spritzen wöchentlich mit sukzessiv steigenden Allergenkonzentrationen injiziert. Ist die Erhaltungsdosis erreicht, beginnt Phase 2 – die Erhaltungsphase – in der nur noch alle 4 bis 8 Wochen Injektionen nötig sind.

Da nur allergologisch erfahrene Ärzte die Desensibilisierung mit Spritzen durchführen sollten, ist ein Allergologe der richtige Ansprechpartner für diese Behandlung. Sollten Sie noch einen Allergologen suchen, nutzen Sie gern unsere Facharztsuche.

Ihre vereinbarten Termine sollten Sie unbedingt einhalten. Durch jede Unterbrechung würden Sie den Therapieerfolg schmälern.

 

Was sind die Nebenwirkungen einer Desensibilisierung mit Spritzen?

Die folgenden Nebenwirkungen können bei der Behandlung auftreten:

  • Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle
  • Juckreiz
  • Müdigkeit
  • Nervosität
  • Kopfschmerzen
  • Atembeschwerden oder Nesselsucht (selten)
  • sehr selten: Übelkeit, Kreislaufprobleme, anaphylaktischer Schock

Die Nebenwirkungen sind in der Regel harmlos und klingen rasch wieder ab. Trotzdem müssen Sie nach jeder Injektion 30 Minuten in der Praxis bleiben, um gegebenenfalls bei schweren Nebenwirkungen ärztliche Hilfe bekommen zu können.

 

Zuletzt aktualisiert: 28/06/2020