Bekämpfen Sie Ihre Allergie effektiv!

Desensibilisierung

Was ist eine Desensibilsierung?

Die Desensibilisierung ist im Grunde nichts anderes als eine Allergie-Impfung. Ärzte sprechen auch von der spezifischen Immuntherapie oder Allergie-Immuntherapie. Diese Behandlungsform lindert nicht nur die Symptome, sie bekämpft auch die Ursache Ihrer Allergie: Eine Überreaktion Ihres Immunsystems. Wenn Sie sich auf diese Behandlung einlassen, packen Sie Ihre Allergie bei der Wurzel.

Das Prinzip ist einfach: Bei einer Allergie reagiert das Abwehrsystem auf eigentlich harmlose Substanzen. Abwehrzellen stufen diese fälschlicherweise als zu bekämpfende Stoffe ein. Mit einer Desensibilisierung kann diese Überreaktion verringert werden. Durch die Konfrontation mit kontrollierten Mengen eines bestimmten Allergens gewöhnen sich die Abwehrzellen an diese Allergene. So gesehen ist die Desensibilisierung eine Art Training für Ihr Immunsystem – hin zu mehr Toleranz gegenüber dem Allergen.

FAQs zur Desensibilisierung

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, um eine Allergie zu behandeln. Manchmal erscheint aber schon die Suche nach Informationen, wie man Allergiebeschwerden bezwingen kann, als kaum lösbare Aufgabe.

Wenn Sie sich auch mit all den Informationen, die heute online verfügbar sind, etwas überfordert fühlen, haben wir hier für Sie häufige Fragen und die passenden Antworten zu den einzelnen Behandlungsmöglichkeiten zusammengefasst.

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Warum sollten Allergiker eine Desensibilisierung durchführen?

Mit Nasenspray oder Augentropfen lindern Sie kurzfristig die Symptome Ihrer Allergie. Diese Medikamente bekämpfen aber nicht die Ursache. Die einzige Behandlungsalternative, die Ihre Allergie bei der Wurzel packt, ist die Desensibilisierung.

Wie funktioniert die Desensibilisierung und wie läuft sie ab?

Ziel der Desensibilisierung ist es, Ihren Körper allmählich an ein bestimmtes Allergen zu gewöhnen. Nach und nach bleiben dann allergische Beschwerden beim Kontakt mit diesem Allergen aus.

Um diesen Effekt zu erzielen, wird über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder das betreffende Allergen verabreicht, entweder über:

  • Tabletten oder
  • Spritzen.

Je nach Anwendung wird das Allergen täglich (Tabletten) bzw. alle vierbis acht Wochen (Spritzen)verabreicht.

Wie lange dauert die Behandlung?

Die Desensibilisierung ist die einzige Therapieform, die die Ursache der Allergie behandelt. Die Desensibilisierung erstreckt sich über eine Behandlungsdauer von drei bis fünf Jahren. Es lohnt sich durchzuhalten denn diese positiven Effekte sprechen dafür:
• Linderung und Besserung Ihrer Allergie-Symptome
• Verringerung Ihrer Allergie-Medikamente
• Nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität

Welche Varianten der Desensibilisierung gibt es?

Man unterscheidet zwei verschiedene Arten von Desensibilisierung Je nachdem welche Darreichungsform Sie bevorzugen.

Eine moderne Methode ist die Desensiblisierung  mit schnell löslichen Tabletten. Diese Behandlung wird auch als sublinguale Immuntherapie (SLIT) bezeichnet, da die Einnahme „unter der Zunge“ erfolgt. Die Patienten nehmen hierbei die Allergene über die Mundschleimhaut auf. Gerade für Kinder ist das die weit angenehmere Behandlung als die Desensiblisierung mit Spritzen: Bei der subkutanen Immuntherapie (SCIT) werden die Allergene subkutan verabreicht, also unter die Haut gespritzt. Allergie-Patienten erhalten in regelmässigen Abständen (alle 4 bis 8 Wochen) eine Spritze von ihrem Facharzt.

Gibt es Nebenwirkungen?

Mögliche Nebenwirkungen sind:

sublinguale Immuntherapie (SLIT) subkutane Immuntherapie (SCIT)
  • Rötung der Haut
  • Rötung der Haut
  • Schwellung im Mund
  • Schwellung an der Einstichstelle
  • Juckreiz im Mund
  • Juckreiz an der Einstichstelle

 

  • ein Gefühl der Abgeschlagenheit am Behandlungstag

 

Im Normalfall klingen die Nebenwirkungen der Desensibilisierung schnell und unbehandelt wieder ab. In seltenen Fällen kann es zu einer allergischen Allgemeinreaktion kommen. Bei der sublingualen Therapie erfolgt die Ersteinnahme in der Praxis. Nach der Einnahme müssen Sie 30 Minuten in der Praxis warten, um mögliche auftretende Nebenwirkungen dann sofort mit dem Arzt besprechen und behandeln zu können. Nach dem Verabreichen einer Spritze, müssen Sie jedes Mal eine halbe Stunde in der Arztpraxis zur Beobachtung bleiben.

Darüber hinaus sind weitere Nebenwirkungen möglich. Am besten lesen Sie den Beipackzettel des Ihnen verschriebenen Präparats genau durch oder kontaktieren bei Fragen gleich Ihren Arzt.  

Komme ich für eine Desensibilisierung in Frage?

Leiden Sie unter Heuschnupfen, einer Hausstaubmilbenallergie oder an einer Insektengiftallergie? Und ist durch die Allergie Ihre Lebensqualität beeinträchtig? In diesen Fällen könnte die Desensibillisierung  für Sie in Frage kommen. Insbesondere bei Allergien gegen Bienen- oder Wespengift kann eine Desensibilisierung lebensrettend sein, da eine allergische Reaktion leicht zu einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock führen kann.

 

Können Kinder eine Desensibilsierung machen?

Ja. Die Behandlung kann sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern durchgeführt werden. Die Fachgesellschaften empfehlen die Desensibilsierung ab einem Alter von 5 Jahren.

Wann ist eine Desensibilisierung nicht möglich?

Bei einigen Erkrankungen ist eine Desensibilisierung nicht möglich. Bei anderen gesundheitlichen Einschränkungen ist aber eine sublinguale Immuntherapie möglich. Wenn Sie an einer der folgenden Krankheiten leiden, fragen Sie am besten Ihren Arzt nach der Möglichkeit einer Desensibilsierung:

  • schweres Asthma
  • Tumor-Erkrankung (Krebs)
  • Autoimmunerkrankung
  • Herz-Kreislauf-Erkrankung
  • Schwaches Immunsysten
  • Nierenprobleme
  • Auch während einer Schwangerschaft sollte eine Desensibilisierung nicht begonnen werden

Was kostet eine Desensibilisierung und übernimmt meine Krankenkasse die Kosten?

Pauschal kann man die Kosten einer Desensibilisierung nicht beziffern. Dafür gibt es einfach zu viele verschiedene Faktoren: z.B. das verwendete Präparat, die Wahl der Darreichungsform und die Dauer der Therapie. In der Regel übernehmen die Krankenkassen die anfallenden Kosten. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt darüber.

Vorbereitung auf den Arztbesuch

Möchten Sie wissen, ob Sie ein Allergiker sind? Überlegen Sie, Ihre Allergie mit einer Desensibilisierung ursächlich behandeln zu lassen? Dann können Sie sich jetzt gleich auf Ihren Arztbesuch vorbereiten. Wenn Sie wissen möchten, was Sie Ihren Arzt fragen sollten, finden Sie hier einige Vorschläge: 

  • Wie verläuft eine Allergie normalerweise: Können sich daraus noch andere Probleme entwickeln? Kann meine Allergie auch von alleine wieder weggehen?
  • Kann eine langjährige Einnahme symptomatischer Medikamente schädlich sein? Welche Folgen hat das für meine Allergie?
  • Wie funktioniert die ursächliche Allergie-Therapie? Warum dauert sie so lange?
  • Wann kann ich mit einer Therapie starten?
  • Wie oft muss ich bei dieser Therapie einen Arzt aufsuchen?
  • Welche Nebenwirkungen könnten auftreten? Was kann ich dagegen tun?
  • Kann ich die Therapie auch im Urlaub oder im Ausland weiterführen?
  • Inwiefern wirkt sich die  Desensibilisierung auf meine sportliche Leistungsfähigkeit aus?
  • Kann ich eine Desensibilisierung  auch in der Schwangerschaft durchführen?

Hier zum Download der Fragenkatalog für Ihren Arztbesuch.

 

Kleiner Tipp: Setzen Sie sich vor dem Gespräch mit Ihrem Arzt ein Ziel und überlegen Sie sich, was Sie beim Verlassen der Praxis wissen möchten. Am besten teilen Sie Ihrem Arzt vorab mit, dass Sie einige Fragen vorbereitet haben. Dann können Sie gleich klären, wann Sie die Fragen am besten stellen können.

 

Auch Ihr Arzt wird Ihnen einige Fragen stellen, auf die Sie sich vorbereiten können:

  • Nehmen Sie Medikamente? Wenn ja, welche?
  • Leiden Sie an einer chronischen Erkrankung? 
  • Planen Sie demnächst einen Urlaub oder eine längere Dienstreise? 
  • Sind Sie Leistungssportler oder stehen vor einem sportlichen Wettkampf?
  • Erhalten Sie in absehbarer Zeit notwendige Schutzimpfungen?
  • Sind Sie schwanger oder planen Sie eine Schwangerschaft? 
  • Haben Sie derzeit eventuell Beschwerden in der Mundhöhle / an den Zähnen, die eine sublinguale Behandlung beeinflussen?

Zuletzt aktualisiert: 28/06/2020