Alles über Allergien

Ursachen, Symptome & Therapien

Haben Sie eine Allergie? Was bedeutet das eigentlich?

Das Wort Allergie kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie Fremdreaktion. Damit umschreibt es die übertriebene Abwehrreaktion des Immunsystems auf etwas "Fremdes" – die Ursache aller allergischen Symptome.

 

Was bedeutet das für Sie?

Wenn Sie bei sich oder einem Familienmitglied plötzlich typische Allergie-Symptome bemerken, sind Sie in guter Gesellschaft. Allein in der Schweiz gibt es laut jüngsten Schätzungen rund 3 Millionen Allergiker. Die meisten davon leiden übrigens unter Heuschnupfen. Die Pollenallergie ist mit Abstand die weit verbreitetste aller inhalativen Allergien.

Kann ich überhaupt etwas gegen meine Allergie ausrichten?

Auf Die Allergie bekommen Sie alle wichtigen Fakten, die Ihnen helfen, das Leben mit Ihrer Allergie zu erleichtern und Ihre Behandlung so schnell wie möglich in die Hand zu nehmen. Welche erfolgversprechenden Therapien für Sie in Frage kommen, besprechen Sie am besten mit Ihrem Facharzt.

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Was ist die Ursache Ihrer Allergie?

Immer dann, wenn Ihr Körper eine fremde Substanz aufnimmt, wird Ihr Immunsystem aktiv. Wirklich alles, was über die Schleimhäute Ihrer Atemwege, über den Magen-Darm-Trakt oder Ihre Haut eindringt, wird überprüft. Schliesslich könnte es sich möglicherweise um einen Krankheitserreger handeln. Haben Ihre Abwehrzellen eine schädliche Substanz ermittelt, leiten sie sofort eine komplexe Abwehrreaktion ein. Bei einer Allergie ist dieser Abwehrmechanismus des Immunsystems gestört.

Liegt bei Ihnen eine Allergie vor, hat Ihr Immunsystem Schwierigkeiten bei der Unterscheidung problematischer und unproblematischer Substanzen. Die Abwehrzellen reagieren jetzt auch auf normalerweise harmlose Stoffe (Allergene) mit übertriebener Abwehr (Überproduktion von Antikörpern). Mediziner sprechen in diesem Fall von einer Sensibilisierung.

Entwickelt das Immunsystem aufgrund dieser Sensibilisierung Krankheitssymptome, handelt es sich um eine Allergie. Meist treten allergische Symptome aber nicht sofort beim ersten Kontakt mit dem betreffenden Allergen auf. Erst, wenn Ihr Körper mindestens ein zweites Mal mit diesem Stoff konfrontiert wird, reagiert Ihr Abwehrzentrum mit entsprechenden Warnsignalen.

 

Was sind typische Allergie-Symptome?

Allergiker reagieren auf eigentlich ungefährliche Substanzen ihrer Umwelt mit mehr oder weniger heftigen Symptomen – oft begleitet von entzündlichen Prozessen.

Das Problem dabei: Niemand kann auf Anhieb sagen, ob es sich tatsächlich um Allergie-Symptome handelt, oder nicht. Die Anzeichen einer Allergie und die Symptome anderer Krankheiten ähneln sich einfach zu sehr – etwa der einer Erkältung. Wenn Sie einen Allergieverdacht haben, sollten Sie daher auf jeden Fall einen Facharzt aufsuchen und einen speziellen Allergietest durchführen lassen. Nur hier bekommen Sie eine sichere Diagnose.

 

Mögliche Allergiesymptome im Überblick

  • Fliessschnupfen und Niesreiz
  • eine besonders morgens häufig verstopfte Nase
  • Kribbeln, Brennen und Tränen der Augen
  • Juckreiz an Augen, Nase, und im Rachen
  • Husten
  • Schwellungen und Rötungen, vor allem an Schleimhäuten
  • Atembeschwerden
  • weitere unspezifische Symptome wie z.B. Durchfall, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit
  • in schwerwiegenden Fällen Asthma-Anfälle
  • Ausserdem können einige Allergien (z. B. Insektengiftallergie, Nahrungsmittelallergie) auch zu einem anaphylaktischen Schock führen.

Wie erhalte ich eine Allergie-Diagnose?

Eine genaue Diagnose ist mitunter schwierig und langwierig. Denn immerhin gilt es, den Verursacher aus rund 20.000 potenziellen Allergieauslösern herauszufinden – wobei unter diesen einige Allergien besonders häufig vorkommen. Eine genaue Anamnese  (Erhebung der Krankengeschichte) mit Angaben wann, wo, bei welcher Gelegenheit die Symptome auftreten ist von grosser Bedeutung, um verdächtige Allergieauslöser einzugrenzen. Es ist wichtig, die Allergieauslöser in jedem konkreten Einzelfall möglichst genau zu identifizieren. Nur so können allergische Beschwerden wirkungsvoll behandelt werden. Suchen Sie für die Diagnose immer einen Facharzt auf

Allergiediagnostik
Mit einem Pricktest prüft der Arzt die Reaktion des Körpers auf verschiedene Stoffe

Allergieauslöser auf dem Prüfstand – Diagnoseverfahren ganz konkret

Steht eine Auswahl möglicher Allergieauslöser fest, führt Ihr Facharzt ergänzend zur Anamnese einen Allergietest durch. Zu den wichtigsten Diagnose-Verfahren gehören Hauttests wie der sogenannte Pricktest, Provokationstests sowie Bluttests.

Bei Haut- und Provokationstests wird vor allem die Reaktion Ihres Körpers auf bestimmte Allergene getestet. Mit Blutproben kann das Labor außerdem anhand der Menge nachweisbarer Immunglobulin-E-Antikörper (IgE-Antikörper) Rückschlüsse auf die Ausprägung und die Form Ihrer Allergie ziehen.

Welche Allergien kommen besonders häufig vor?

Am häufigsten sind sogenannte inhalativen Allergien. Dazu zählen zum Beispiel Heuschnupfen bzw. die Pollenallergie oder die Hausstaubmilbenallergie.

 

Wie kann ich meine Allergie behandeln lassen?

Der einfachste Weg Allergie-Symptome zu vermeiden, besteht darin, den Kontakt mit dem auslösenden Allergen zu vermeiden (Karenz). Das klingt an sich simpel. In der Praxis ist es aber nicht immer umsetzbar. Pollen- oder Tierallergene verbreiten sich zum Beispiel über die Luft. Eine völlige Kontaktvermeidung ist hier kaum möglich.
 

Sie können die Symptome behandeln …

Zur kurzfristigen Behandlung allergieverursachter Symptome und Beschwerden steht Ihnen in Apotheken eine ganze Reihe verschiedener Medikamente zur Verfügung – allen voran Antihistaminika und in bestimmten Fällen auch Kortison-Präparate. Bei schweren allergischen Reaktionen oder einem drohenden anaphylaktischen Schock können auch Adrenalin-Injektionen erforderlich sein.

 

Oder Sie gehen der Ursache Ihrer Allergie an den Kragen

Eine interessante Behandlungsoption, um eine langfristige Besserung zu erreichen, ist die Desensibilisierung. Bei dieser Behandlung (die auch als spezifische Immuntherapie bekannt ist) bekommen Allergie-Patienten kontinuierlich Dosen betreffender Allergene verabreicht. So kann sich ihr Immunsystem an die vermeintlich abzuwehrenden Stoffe gewöhnen und sie als harmlos einstufen. Damit das Immunsystem die so aufgebaute Toleranz gegenüber dem jeweiligen Allergen auch nicht sofort wieder vergisst, dauert die Desensibilisierung in der Regel etwa 3 Jahre.

 

Allergie: das Wichtigste in Kürze

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem überempfindlich auf bestimmte Substanzen. Die allergische Reaktion des Organismus auf die jeweiligen Auslöser macht sich durch verschiedene Symptome bemerkbar, die in schwerwiegenden Fällen auch zu lebensbedrohlichen Zuständen wie dem gefürchteten anaphylaktischen Schock führen können. Durch entsprechende Allergietests können Sie sich von einem Facharzt diagnostizieren lassen, welches Allergen Ihre Allergie auslöst. Neben der kurzfristigen medikamentösen Behandlung der Allergiesymptome und dem Meiden des Kontakts mit dem Allergen empfiehlt sich in vielen Fällen eine Desensibilisierung als langfristige Therapie.

Zuletzt aktualisiert: 06/07/2020